
Die
Einlage ist das Herz einer jeden Zigarre. Und so bestimmt auch sie
hauptsächlich den Geschmack der Zigarre sowie die jeweilige
Entfaltung der Aromen, die während des Rauchens freigesetzt
werden.
Da das "Gesicht" einer Zigarre den Aficionado für
sich "einnehmen" muss, sobald er die betreffende Zigarre
in Augenschein nimmt, wird dem Deckblatt stets grössere Beachtung
geschenkt. Weil das so ist, wird die Bedeutung der Einlage meist
nicht genügend gewürdigt.
Dabei wäre das angebracht, denn schliesslich ist es die Einlage,
die den Charakter einer Zigarre entscheidend prägt, und zwar
zu wenigstens zwei Dritteln. Vor diesem Hintergrund ist es auch
leicht zu verstehen, warum die Mischung der Einlage von vielen Zigarrenmachern
wie ein Staatsgeheimnis gehütet wird. Gewiss, meist ist es
bekannt, welche Tabake aus welchen Provenienzen für eine Einlage
verwendet werden, doch wie das Mischungsverhältnis der einzelnen
Tabake aussieht, das wird so gut wie nicht verraten.
Das Mischen der Einlage gleicht einer Komposition. Die Noten, die
auf einer Tonleiter vorhanden sind, sind ebenso bekannt wie die
vielen Tabake, welche für die Zigarrenherstellung Verwendung
finden. Doch erst das Setzen der Noten entscheidet darüber,
ob ein Musikstück harmonisch oder disharmonisch klingt. Ein
Meisterwerk zeichnet sich demnach dadurch aus, wie die einzelnen
Noten in der Gesamtheit wirken.
Beim Mischen einer Einlage für eine Spitzenzigarre verhält
es sich ähnlich: Da jeder einzelne Tabak eine besondere Note
hat, ergibt erst die harmonische Verbindung der einzelnen Noten
jene Einheit, die beim Rauchen der Zigarre zum Tragen kommt - und
dem Aficionado ein vollendetes Geschmackserlebnis beschert.