
Gegen
Ende des sechzehnten Jahrhunderts brachte die spanische Galeone
"San Clemente" 5 kg kubanischen Tabaksahmen in die Philippinen.
Dieser wurde an die katholischen Missionare verteilt. Die Gottesmänner
fanden exzellenten Boden und ideales Klima vor, um erstklassigen
Zigarrentabak zu kultivieren. Bald schon war die philippinische
Zigarren-Industrie geboren.
Ein halbes Jahrhundert später liess der philippinische Generalgouverneur,
Sebastian Hurtado de Corcuera, dem spanischen Vizekönig eine
Auswahl der exquisitesten handgerollten Manila-Zigarren senden.
Dieser war von ihrer aussergewöhnlichen Qualität begeistert
und klassierte sie als "des spanischen Königreichs würdig".
Für Jahrhunderte lieferte sich die philippinische Zigarre mit der kubanischen
Zigarre ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Gunst der Raucher in den
spanischen Einflussgebieten.
1881 wurde das staatliche Tabak-Monopol per Dekret aufgehoben. Noch
während die Tinte auf dem Papier trocknete vereinigte eine
spanische Firma alle Zigarrenfabrikanten in Manila: Die "Compania
General de Tobaccos de Filipinas" war gegründet. Im laufe
der Jahre entwickelte sich daraus
"La Flor de la Isabela",
die älteste Zigarrenmanufaktur Asiens und der noch heute führende
philippinische Zigarren-Produzent.
Das Schicksal der philippinischen Zigarren-Industrie wendete sich
mit dem Ausbruch des spanisch-amerikanischen Krieges um 1898 entscheidend.
Im Verlaufe des Krieges schlug der amerikanische Admiral Dewey die
spanische Armada in der Bucht von Manila vernichtend. Die Philippinen
gerieten bis zum Ende des zweiten Weltkrieges in Abhängigkeit
von den Vereinigten Staaten. Die Manila-Zigarre geriet international
etwas in Vergessenheit.
Erst 1995 beschlossen zwei namhafte asiatische Investoren diesen
Weltklasse-Zigarren wieder zu Weltruhm zu verhelfen. Roberto Ongoing
und Robert Kuok beteiligen sich mit 50% an La Flor de la Isabela
um das ausserordentlich traditionsreiche Unternehmen wieder dorthin
zu führen wo es sein sollte - an der Weltspitze.